Ordnung muss nicht perfekt sein. Sie darf sich einfach gut anfühlen.
Ich habe lange gedacht, Ordnung bedeutet vor allem eines: aufräumen. Dinge zurück an ihren Platz stellen, Oberflächen sauber halten, Schubladen sortieren und dafür sorgen, dass es möglichst ordentlich aussieht.
Heute sehe ich das etwas anders.
Für mich hat Ordnung viel weniger mit Perfektion zu tun und viel mehr mit Leichtigkeit. Mit dem Gefühl, nach Hause zu kommen und durchatmen zu können. Mit weniger Suchen, weniger Chaos und manchmal auch mit einem klareren Kopf.
Und genau deshalb möchte ich auf meinem Blog einmal darüber sprechen, warum Ordnung für mich inzwischen viel mehr ist als eine aufgeräumte Wohnung.

Ich glaube, wir haben teilweise eine ziemlich falsche Vorstellung davon, wie ein „ordentliches“ Zuhause aussehen muss.
Auf Social Media sehen wir perfekt eingerichtete Wohnungen, in denen scheinbar nie etwas herumliegt. Alles hat seinen Platz, die Küche glänzt und selbst die kleinste Ecke sieht aus, als wäre sie gerade für ein Magazin fotografiert worden.
Aber mal ehrlich: So sieht mein Alltag nicht jeden Tag aus. Und wahrscheinlich deiner auch nicht.
Bei mir darf eine Tasche einmal auf dem Stuhl, ein Buch auf dem Tisch und meine Sachen auf dem Bett liegen bleiben. Manchmal steht auch einfach etwas herum, weil gerade andere Dinge wichtiger sind.
Ordnung bedeutet für mich deshalb nicht, dass jederzeit alles perfekt aussieht.
Vielmehr frage ich mich:
Was brauche ich, damit mein Zuhause mir guttut?
Und manchmal ist die Antwort tatsächlich: ein bisschen mehr Ordnung.

Ich habe für mich gemerkt, dass ich mit kleinen Routinen viel besser zurechtkomme als mit großen Aufräumaktionen.
Ich möchte nicht am Wochenende mehrere Stunden damit verbringen, das gesamte Zuhause wieder auf Vordermann zu bringen. Viel lieber erledige ich kleine Dinge direkt oder nehme mir bewusst ein paar Minuten.
Die Arbeitsfläche nach dem Kochen kurz freimachen.
Dinge wieder dorthin legen, wo sie hingehören.
Eine Schublade nicht erst dann sortieren, wenn sie schon überquillt.
Oder abends noch einmal kurz durch die Räume saugen.
Das sind Kleinigkeiten. Aber genau diese Kleinigkeiten haben bei mir einen Unterschied gemacht.
Denn je weniger sich ansammelt, desto weniger fühlt sich später nach einer riesigen Aufgabe an.
Ordnung muss nicht anstrengend sein. Sie darf Gewohnheit werden.

Ein weiterer Punkt, über den ich inzwischen anders denke, ist die Frage: Wie viele Dinge brauchen wir eigentlich wirklich?
Gerade beim Thema Haushalt fällt mir immer wieder auf, wie viele verschiedene Produkte wir besitzen können.
Ein Reiniger für die Küche. Einer fürs Bad. Einer für die Fenster. Einer für den Boden. Einer für bestimmte Oberflächen. Einer gegen Kalk. Einer für dieses und einer für jenes.
Und irgendwann steht der Schrank voller Flaschen.
Genau hier hat sich meine eigene Sichtweise verändert.
Durch meine Beschäftigung mit ProWIN habe ich angefangen, viel bewusster darüber nachzudenken, wie vielseitig einzelne Produkte eingesetzt werden können. Für mich war dabei weniger die Frage interessant, welches neue Produkt ich noch kaufen könnte, sondern eher:
Brauche ich wirklich für jede Anwendung ein eigenes Produkt?
Ein Beispiel aus meinem Alltag ist die Idee, mit einem Produkt verschiedene Reinigungsaufgaben abzudecken, anstatt für jeden Bereich eine eigene Flasche zu verwenden.
Das hat für mich etwas mit Ordnung zu tun, nicht nur im Zuhause, sondern auch im Putzschrank.
Und genau da beginnt für mich die Verbindung zwischen Ordnung, Sauberkeit und einem bewussteren Umgang mit Dingen.

Hier finde ich eine Diskussion besonders spannend.
Nur weil wir weniger verschiedene Produkte besitzen, bedeutet das nicht automatisch, dass unser Verhalten nachhaltiger ist.
Das wäre meiner Meinung nach zu einfach.
Auch ein vielseitig einsetzbares Produkt muss sinnvoll verwendet, richtig dosiert und tatsächlich aufgebraucht werden. Und natürlich spielen auch Verpackung, Inhaltsstoffe, Herstellung und Transport eine Rolle.
Deshalb möchte ich auf meinem Blog auch nicht behaupten:
„Weniger Produkte = automatisch nachhaltig.“
So einfach ist es nicht.
Ich finde vielmehr den Gedanken interessant, bewusster zu konsumieren.
Vor einem Kauf einmal innezuhalten und sich zu fragen:
Brauche ich das wirklich?
Habe ich bereits etwas, das denselben Zweck erfüllt?
Kann ich einen Gegenstand oder ein Produkt vielseitiger einsetzen?
Und kaufe ich gerade aus einem echten Bedarf heraus oder einfach, weil mir etwas Neues angeboten wird?
Ich glaube, genau darüber darf man ruhig diskutieren.

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto stärker merke ich, dass Ordnung für mich nicht nur etwas Äußerliches ist.
Wenn überall Dinge herumliegen, kann mich das manchmal mehr beschäftigen, als ich eigentlich möchte. Nicht bewusst, aber irgendwie ist da ständig dieses Gefühl: Das müsste ich noch machen.
Wenn dagegen ein paar Dinge erledigt sind, fühlt sich der Kopf oft gleich etwas freier an.
Natürlich löst ein aufgeräumtes Zuhause keine Probleme. Und ich möchte auch nicht behaupten, dass Ordnung automatisch glücklich macht.
Aber ich glaube, dass unsere Umgebung beeinflussen kann, wie wir uns in unserem Alltag fühlen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt:
Wir müssen unser Zuhause nicht perfekt organisieren, damit es uns guttut. Wir dürfen es so gestalten, dass es zu unserem Leben passt.

Das ist wahrscheinlich die Frage, die mich bei diesem Thema am meisten beschäftigt.
Denn Ordnung sieht für jeden Menschen anders aus.
Für den einen bedeutet Ordnung, dass wirklich alles an seinem festen Platz steht.
Für den anderen reicht es, wenn die wichtigsten Dinge übersichtlich und griffbereit sind.
Manche Menschen lieben minimalistische Räume. Andere fühlen sich erst dann richtig wohl, wenn ihr Zuhause voller persönlicher Dinge ist.
Wer entscheidet eigentlich, was ordentlich ist?
Und müssen wir wirklich versuchen, einem bestimmten Bild von Ordnung zu entsprechen?
Ich glaube nicht.
Für mich darf Ordnung individuell sein.
Sie darf praktisch sein. Sie darf schön sein. Sie darf manchmal auch wieder verloren gehen.
Und sie darf vor allem eines: uns dienen, statt uns zu stressen.

Wenn ich heute merke, dass mir etwas zu viel wird, versuche ich nicht mehr, alles gleichzeitig zu erledigen.
Ich fange klein an.
Eine Oberfläche.
Eine Schublade.
Eine Ecke.
Eine Aufgabe.
Und manchmal reicht genau das schon, um wieder ein bisschen Klarheit zu bekommen.
Vielleicht möchtest du das einmal selbst ausprobieren.
Such dir heute eine einzige Stelle in deinem Zuhause, die dich schon länger stört.
Nicht die ganze Wohnung. Nicht den gesamten Kleiderschrank.
Nur diese eine Stelle.
Räume sie bewusst auf und frage dich anschließend:
Fühlt sich dieser kleine Bereich jetzt anders an?
Vielleicht ist es nur ein kleines Gefühl. Aber vielleicht merkst du auch, dass genau solche kleinen Veränderungen langfristig etwas bewirken.
Mein Gedanke zum Schluss
Ich glaube heute nicht mehr daran, dass ein ordentliches Zuhause eines ist, in dem niemals Chaos entsteht.
Ein ordentliches Zuhause ist für mich ein Zuhause, in das ich immer wieder gerne zurückkehre.
Ein Ort, der mir Struktur gibt, ohne mich einzuengen. Ein Ort, an dem ich mich wohlfühle und an dem nicht jedes Detail perfekt sein muss.
Und vielleicht bedeutet Ordnung am Ende gar nicht, mehr zu machen.
Vielleicht bedeutet sie manchmal sogar, weniger zu brauchen.
Weniger Dinge.
Weniger komplizierte Abläufe.
Weniger Produkte für Aufgaben, die sich auch einfacher lösen lassen.
Und dafür mehr Klarheit, mehr Leichtigkeit und mehr Raum für die Dinge, die uns wirklich wichtig sind.
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Nun bist DU gefragt!
Brauchen wir wirklich mehr Ordnung oder einfach weniger Dinge?
Ich finde, genau darüber lässt sich wunderbar diskutieren.
Wie siehst du das?

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